06.03.2013
Pressespiegel

Wenn das Rathaus postet und twittert

Erstellt von Mittelbadische Presse

VON DORIS GEIGER

Wäre Facebook ein Land, wäre es das drittgrößte der Erde. Auf sieben Milliarden Menschen weltweit kommen fünf Milliarden Mobiltelefone. Lady Gaga, Justin Bieber und Britney Spears folgen mehr Menschen auf Twitter; als die Bevölkerungen in Schweden, Israel, Griechenland, Chile, Nordkorea und Australien zählen - und zwar zusammen. Alle Bundesländer in Deutschland sind in den sozialen Netzwerken vertreten, dazu 500 Kommunen und Landkreise. Dominik Fehringer hat also nicht von ungefähr so viel Zuspruch, bei dem, was er tut. Einerseits kümmert er sich bei der Wirtschaftsregion Offenburg/Ortenau (WRO) um die Themen Standortmarketing und Investoren. Andererseits unterrichtet er seit fünf Jahren als Dozent für Marketing und Neue Medien an der Hochschule für öffentliche Verwaltung in Kehl. Unterm Strich ergibt beides: Eine hervorragende Kombination, wenn es um Kommunen und deren Engagement innerhalb sozialer Netzwerke geht. Am Beispiel von Lahr: Dominik Fehringer gestaltet seine Arbeit derzeit sehr ökonomisch. Er muss. Schließlich wird er von Werbegemeinschaften, Tourismusbüros und Kommunen angefordert, wenn es darum geht, über Chancen und Risiken der sozialen Netzwerke zu referieren. An der Kehler Hochschule hat er das Thema im Rahmen einer Projektarbeit aufgegriffen. Zusammen mit elf Studenten erarbeitet er einen »Social Media Leitfaden« für Kommunen. Die Stadt Lahr, die bereits twittert und mit einem Facebook-Profil vertreten ist, dient dabei als Fallbeispiel. »Wir erleben gesamtgesellschaftlich einen völligen Umbruch, einen Kulturwandel, wie er vielleicht mit der Erfindung der Schrift und des Buchdrucks in ähnlicher Weise stattgefunden hat«, ist sich Dominik Fehringer sicher. »Neben den langjährig genutzten Kommunikationskanälen Telefon, Fax und E-Mail hat sich durch Web-2.0-Technologien eine soziale Sphäre entwickelt. Dieses soziale Gefüge darf nicht mit einem weiteren Kommunikationskanal verwechselt werden. Vielmehr prägen diese Technologien ganz bestimmte Werte wie Offenheit, Transparenz, Agilität, Flexibilität, Dialogbereitschaft und den vorbehaltlosen Austausch untereinander.« Kommunen sind am Zug: Für Fehringer steht außer Zweifel, dass Kommunen darauf reagieren müssen: »Social Media wurde vor wenigen Jahren noch als Randgruppentechnologie bespöttelt. Doch es ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen.« Ob jung, alt, bildungsnah oder bildungsfern, reich oder arm: Laut Fehringer sind die »Communities«, wie man neudeutsch die Nutzer der unterschiedlichen Kommunikationsplattformen nennt, so bunt gemischt wie die Gesellschaft als solche. »Mit der zunehmenden Bedeutung des Internet verlagern sich auch die Konsumgewohnheiten der Menschen. Im Konsumgüterbereich verändern rasant wachsende Onlineshops traditionelle Märkte«, so Fehringer. Neben dem Einzelhandel, dem Städte und Gemeinden gerne unterstützend zur Seite stehen, sind ähnliche Verlagerungstendenzen im touristischen Bereich bereits seit Jahren zu beobachten. Dominik Fehringer erkennt eine nachhaltige Veränderung der kommunalen Rolle als touristischer Intermediär: »Touris-musmarketing heißt heute: Vielfalt begleiten und fördern. SEA, SEO, SMM, CPC, CPI, RSS, SN, UGC und CMS (siehe Infobox) müssen den Touristikern so geläufig sein wie die Wanderkarte zum Hausberg der Ortschaft.« Der Leitfaden soll einen Beitrag dazu leisten, diese »elementaren Herausforderungen« in der Verwaltung umzusetzen. Das Projekt an der Hochschule Kehl soll sogar noch einen Schritt weiter gehen. Auf kommunaler Ebene stellt sich die grundsätzliche Frage nach Voraussetzungen und Regeln gelingender Begegnungen im Netz. »Der Weg zur Netzgesellschaft ist gerade aus demokratietheoretischer Sicht nicht ganz leicht vorauszusehen«, gibt Fehringer zu bedenken. Kommunen sind mit ganz neuen Fragen konfrontiert: Wie ermöglichen die öffentlichen Verwaltungen eine gesellschaftliche Teilhabe? Welche Vor- und Nachteile bieten virtuelle Netzwerkbildungen für die Entwicklungen der Städte und Gemeinden? »Digitale Demokratie«: »Dies sind Fragestellungen, die weit über die anwendungsbezogenen Web-2.0-Technologien hinausgehen. Die technischen Mittel können dazu beitragen, eine >Digitale Demokratie< zu fördern. Partizipation als zentrale Legitimitätsressource demokratischer Regime kann künftig auch auf digitalem Wege stattfinden.« Die Netzwerke könnten beispielsweise beim Protest der Offenburger gegen den Ausbau der Rheintalbahn eine zentrale Rolle spielen. Aber auch abseits der Protest-bewegungen, im kommunal-politischen Alltag könnten sie das politische Handeln bereichern: »Gemeinderäten bieten sich ganz neue Möglichkeiten, die Bürger in bestimmte Prozesse einzubeziehen.«. Überlegte Strategie: Was sich so einfach anhört, ist in der Umsetzung nicht ganz so sorglos anzugehen. »Social Media ist viel zu vielschichtig, um Aktionismus ohne Strategie zu fahren«, warnt Fehringer davor, einfach drauflos zu twittern oder zu posten. Als typische Fehlerquellen haben Fehringer und seine Studenten ausgemacht, dass man entweder auf die falschen Netzwerke zugreift, Urheberrechtsverstöße begeht, Inhalte nicht auf die Zielgruppen abstimmt oder schlicht das Impressum vergisst und zum Fall für einen Abmahnanwalt wird. Aus diesem Grund wird der Leitfaden auch empfehlen, eine Stelle zu schaffen, die diese Art der Kommunikation hauptberuflich betreut: »Jung muss dieser Mitarbeiter nicht sein - aber interessiert und offen«, empfiehlt Dominik Fehringer. Und was noch viel wichtiger ist: Er sollte ein Kommunikationsprofi sein, zur Stabsstelle eines Oberbürgermeisters oder Bürgermeisters gehören und ziemlich gut in der gesamten Verwaltung vernetzt sein. Es bleibt noch viel zu tun: Im Mai dieses Jahres wird der Leitfaden den Mitgliedskommunen der Wirtschaftsregion Ortenau vorgestellt. Eine Rangliste von bundesweiten Organisationen, die in den sozialen Netzwerken aktiv sind, hat das Unternehmen Pluragraph erstellt. Wie es aussieht, gibt es noch viel zu tun. Nach der statistischen Auswertung von Pluragraph befindet sich Karlsruhe als einzige badische Kommune beziehungsweise Organisation auf Rang 43 (https://pluragraph.de/categories/verwaltung).

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