25.10.2012
Pressespiegel

Stromkosten: Der hohe Preis der Wende

Industrie verkraftet die Mehrausgaben nur schwer/Manche Betriebe sehen die Energiewende als Chance. Ideen zu entwickeln - und unabhängiger zu werden

 

Jemand muss die Zeche zahlen: Die Energiewen­de hat die Stromkosten in die Höhe schnellen lassen. Unternehmen und Verbraucher kämpfen mit Mehrkosten.

VON DAVID WOLF

Ortenau. Rückblende: Im März 2011 fliegt der Reaktor des japanischen Atomkraft­werks Fukushima in die Luft. Die schwarz-gelbe Koalition beschleunigt nun massiv die Energiewende: Bis 2022 sol­len sämtliche deutsche Atom­reaktoren vom Netz gehen. Im Mittelpunkt Bundeskanzlerin Angela Merkel, die drei Mona­te nach dem Super-GAU hoch und heilig verspricht, trotz des Tempos bei der Energiewende blieben die Strompreise weiter­hin bezahlbar.

Großer Kostenfaktor

Heute muss Merkel recht­fertigen, warum die Strom­preise eben doch nicht sta­bil geblieben sind - und es so schnell wohl auch nicht sein werden. Für energieintensive Betriebe wie die August Koeh­ler AG aus Oberkirch ist das ein Graus. Beim Familienun­ternehmen aus der Papierin­dustrie machen die Kosten für Energie nach den Rohstoff- und Personalkosten den drittgröß­ten Block aus. »Rund ein Sechs­tel der Wertschöpfung wird durch Energie abgeschöpft«, sagt Werner Ruckenbrod, Vor- stand Technik und Produkti­on. Durch exorbitant steigende Energiekosten sei die komplet­te deutsche Papierindustrie mit rund 200 Betrieben und 40000 Mitarbeitern gefährdet. In der Tat ist der Industriestrompreis in Deutschland seit 2002 um 52,3 Prozent nach oben geklettert, weiß der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft e.V. (VIK).

 

Auch Joachim Herzig, Ge­schäftsführer von 04 Glass­pack Deutschland, das einen Standort in Achern unterhält, schnaubt ob der hohen Ener­giekosten. »Die Kosten für Erd­gas und Elektrizität haben sich in den letzten zehn Jahren ver­doppelt«, sagt er. Zu konkre­ten Zahlen für sein Unterneh­men wollte er sich aber nicht äußere.

Wegen der Kosten für den Netzausbau, aber vor allem wegen der staatlichen Förde­rung alternativer Energien, die in diesem Jahr 14,1 Milliar­den Euro betragen wird (2007 waren es 4,3 Milliarden Euro), wird hitzig diskutiert. Streit­punkt ist die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Ihr Konstruktionsprin­zip: Die Betreiber von EEG-An­lagen erhalten für jede produ­zierte Kilowattstunde grünen Stroms eine fixe Vergütung. Deren Höhe liegt aber meist über dem Preis an der Strom­börse, sodass diese Differenz irgendwie aufgefüllt werden muss. Genau das tut die EEG-Umlage - und davon sind alle' Stromverbraucher betroffen. 3,59 Cent pro Kilowattstun­de muss ein Haushalt derzeit an Umlage bezahlen, im kom­menden Jahr steigt die Zusatz­belastung auf 5,3 Cent. Damit wird jeder Haushalt mit 216 Euro EEG-Umlage pro Jahr belastet. Derzeit sind es 144 Euro. Das Absurde: Weil der Ausbau der alternativen Energien den Marktpreis für Strom sinken lässt, muss die Umlage steigen, je mehr Strom grün erzeugt wird.

 

Sozialer Sprengsatz

 

Und weil die energieinten­sive Industrie nun von den Netzentgelten befreit werden soll -sogar rückwirkend für 2011- befürchten Verbraucher­schutzverbände, die Energie­wende könnte sich zum sozi­alen Sprengsatz entwickeln. Zahlen also die Verbraucher, das Gewerbe und der Mittel­stand die Zeche? Immerhin sind die Stromkosten der pri­vaten Haushalte nach Berech­nungen des Statistischen Bun­desamtes seit 2000 von 17,2 auf satte 32,6 Milliarden Euro im Jahr 2011 explodiert.

Für Ursula Sladek, Vor­standsvorsitzende der Netz­kauf EWS eG, ist die Son­derkundenumlage rechtlich gesehen schlicht nicht halt­bar. »Die Umlage widerspricht dem Verursacherprinzip«, sagt Sladek, setze keinerlei Anrei­ze zur Energieeinsparung und verschlechtere die Voraus­setzungen für die dezentrale Kraftwärmekopplung in den begünstigten Unternehmen.

Bei Koehler sieht man das konsequenterweise anders. »Die Zusatzbelastungen der Endverbraucher und des deut­schen Mittelstands durch die Energiewende werden nicht durch die Papierindustrie ver­ursacht, sondern sind Folge einer Reihe politischer Ent­scheidungen und sind in letz­ter Konsequenz durch breiten gesellschaftlichen Konsens ge­stützt«, verteidigt Werner Ru­ckenbrod die Entlastung seiner Zunft. Hochwertige Arbeits­plätze in Deutschland dürften durch die Energiewende nicht riskiert werden.

 

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