08.02.2019
Pressespiegel

Speed-Dating für guten Zweck

Erstellt von Lahrer Anzeiger

»Marktplatz für gute Geschäfte« will soziale Projekte aushandeln / Treffen erstmalig in Lahr

Zu Partnern werden sollen beim »Marktplatz für gute Geschäfte« am kommenden Mittwoch im Mietersheimer Bürgerhaus Unternehmen und gemeinnützige Organisationen. Zusammen sollen sie soziale Projekte vereinbaren und so das gesellschaftliche Miteinander in Lahr stärken.

Lahr. Dass die Stadt Lahr Vernetzung, insbesondere hier auch Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller, groß schreibt, ist hinlänglich bekannt. Als Experte kommunaler Wirtschaft ist es der 67 Jahre alte Müller gewohnt, viele unterschiedliche Akteure des gesellschaftlichen Lebens zusammen zu bringen, Kontakte zu knüpfen und diese auch zu pflegen.

Im hohen Maße um Zusammenkunft und Vernetzung lokaler und regionaler Unternehmen mit gemeinnützigen Organisationen aus der Ortenau geht es auch bei dem am Mittwochabend, 13. Februar, stattfindenden »Marktplatz für gute Geschäfte« im Bürgerhaus zu Mietersheim.

Dieser »Marktplatz« sieht sich als eine niederschwellige Plattform für den Austausch von gemeinsamen Ideen, Projekten und Kooperationen aus beiden Welten des Arbeitslebens. Diese zwei Welten setzen sich auf der einen Seite aus der Welt der Unternehmen, also der Privatwirtschaft, und auf der anderen Seite aus der Welt der gemeinnützigen Organisationen zusammen. Dabei geht es auch um ein Kennenlernen der anderen Seite. Nach 2015 in Offenburg ist es die zweite Edition des Marktplatzes. Bisher nehmen sowohl 16 Unternehmen als auch die gleiche Anzahl an gemeinnützigen Organisationen an dem Treffen teil. Die Lahrer Tafel, der sozialpsychiatrische Dienst oder etwa auch Kindertagesstätten treffen für knapp zwei Stunden bei einer Art Speed- Dating für gute Taten auf große Firmen wie DHL, Zalando sowie auf lokale Geschäfte wie beispielsweise das Sanitätshaus Caroli.

Idee Die Idee des Speed-Datings wie OB Müller die Marktplatz- Methode kurzer Hand auf einer Pressekonferenz am Donnerstagvormittag im Rathaus zu Lahr bezeichnet, wird dadurch verstärkt, dass am Anfang und am Ende der Veranstaltung ein Gong ertönt. In der Zwischenzeit sollen fleißig Visitenkärtchen, Ideen und am besten auch bereits Projekte konkret vereinbart werden. Dazu liegen Vereinbarungserklärungen im Bürgerhaus aus und Mitarbeiter der Stadt stehen sogar als Notare bereit, heißt es weiter. Die Marktplatz- Methode, erklärt Müller weiter, funktioniert wie ein echter Marktplatz, wo Angebot und Nachfrage sich begegnen und jede Menge »Deals« entstehen. Wer hier aber an Geld und Umsätze denkt, der irrt. Die harte Währung ist beim Lahrer Marktplatz nicht der Euro, sondern gemeinsam ausgehandelte Projekte. Zentral ist hier der gute Zweck, betonen OB Müller und Landrat Frank Scherer.

Lahrer Tafel »Ein konkretes Projekt etwa könnte die Mithilfe eines Unternehmens beim Aufbau einer Homepage für die Lahrer Tafel sein«, sagt Annedore Braun vom Diakonischen Werk, einem der Kooperationspartner des Marktplatzes. Aber was erhält das helfende Unternehmen dafür – außer viel Dank und Anerkennung? Im Gegenzug, erklärt Braun, würde die Lahrer Tafel das jeweilige Unternehmen zum großen Grillfest der Mitarbeiter der Tafel im Sommer einladen. Ob das ein Anreiz für Unternehmen ist? OB Müller zählt da lieber noch weitere Vorteile für die Firmen auf: Kontakte zum sozialen und politischen Umfeld des Unternehmens könnten so geknüpft werden, Mitarbeiter könnten die Welt des Ehrenamtes für sich entdecken und ins Unternehmen hineintragen. Auch könnte das eigene Netzwerk vergrößert werden. Und natürlich könnte sich das Unternehmen als »gutes Unternehmen « feiern lassen. Man wird den Eindruck nicht gänzlich los, dass der »Marktplatz« ein Entwicklungs- und Aufbauinstrument für gemeinnützige Organisationen ist. Hinter der Methode des Marktplatzes steht aber wesentlich mehr als nur Vernetzung und gemeinschaftlich vereinbarte Projekte und Partnerschaften, meint Müller, über die aus den Niederlanden importierte Vernetzungsidee von Wirtschaft und Gemeinnützigkeit Durch die Einbindung der Geschäftsleute würden wesentliche Akteure des gesellschaftlichen Lebens eingebunden, die als Multiplikatoren dienten. Die gemeinsamen Projekte würden sich auch in Lahr herumsprechen, so die Hoffnung von Müller, und bestenfalls durch die Realisierung der Projekte zu einem sozialeren Miteinander in der Stadt sorgen.

Börse Um die Nachhaltigkeit dieser Veranstaltung zu gewährleisten, öffnet sich die virtuelle Engagementbörse Lahr im Frühjahr auch für Unternehmen und Institutionen. Mehr Informationen auf www.lahr. de/engagementboerse.de. In letzter Zeit setzt die Stadt Lahr vermehrt auf bürgerschaftliches Engagement, Bürgerbeteiligung sowie gemeinschaftliche Projekte wie ganz aktuell das Stadtgulden-Projekt (wir berichteten), das vergangene Woche an den Start ging.

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