01.03.2013
Pressespiegel

Noch zu viel Wasser im Wein

Erstellt von Badische Zeitung

Deutscher Wein leidet an einem Imageproblem / Dabei wächst das Qualitätsbewusstsein der Erzeuger kontinuierlich

VON UNSEREM REDAKTEUR HOLGER KNÖFERL Die „Cuvee Bundestag" bringt Berlin in Wallung: Derart schmissig titelten unlängst die in Straßburg erscheinenden Dernieres Nouvelles d'Alsace. Den Anstoß gegeben hatte der Sekt, der in der parlamentarischen Buchhandlung des Bundestages angeboten wird und den die Abgeordneten gerne als Präsent ordern. Der prickelnde Tropfen stammt aus dem Elsass. Grund genug für den FDP-Bundestagsabgeordneten Erik Schweickert, der Angelegenheit nachzuspüren. Schweickert ist nicht nur verbraucherschutzpolitischer Sprecher der Liberalen, er ist auch Professor für internationale Weinwirtschaft an der Universität in Geisenheim. Zwei seiner Studentinnen befassten sich jetzt mit der Gretchenfrage: Gilt deutscher Wein nichts im deutschen Politikbetrieb? Medial wurde die Antwort bevorzugt reduziert auf die Ausreißer, den Studentinnen bot sich indes ein differenziertes Bild. Eines, das Markus Ell, Geschäftsführer der Winzergenossenschaft Oberkirch, durchaus für lobenswert hält. Dann nämlich, „wenn Abgeordnete ein Bewusstsein für heimische Produkte beweisen." Ell war es, der Schweickert auf die „Cuvee Bundestag" hingewiesen hatte. Er war es auch, der dem Geschäftsführer der parlamentarischen Buchhandlung des Bundestages zwei Flaschen Sekt aus seinem Haus zukommen ließ. Auf die Antwort mag er nicht detailliert eingehen. Nur so viel: „Die haben sich über das Selbstbewusstsein unseres Hauses gewundert und uns erklärt, unser Sekt komme für sie nicht in Frage." Zusammenfassend kommen die beiden Geisenheimer Studentinnen in ihren Arbeiten nicht zu dem Ergebnis, dass deutsche Politiker deutschem Wein grundsätzlich ablehnend gegenüberstünden. Gut, da sind die Niedersachsen, die nie deutschen Wein ausschenken, weil sie kein Anbaugebiet bevorzugen wollen. Aber die Studien stimmen dahingehend überein, dass eine gewisse Gleichgültigkeit vorhanden ist, wenn es darum geht, für offizielle Anlässe den passenden Tropfen auszuwählen. Passiert das in Amtsstuben, stehen die Chancen für die deutschen Winzer noch ganz gut. Schlecht stehen diese, wenn die Organisation einer Veranstaltung an ein Catering-Unternehmen vergeben wird. Dann fließt oft Montepulciano, Pinot Grigio und Cremant. Die Gründe sieht der FDP-Abgeordnete Schweickert darin, dass bei den Caterern offenbar nicht genügend Fachwissen über das Preis-/Leistungsverhältnis deutscher Weine vorhanden ist Sommeliere gibt keine Weinempfehlung Deutscher Wein kämpft also nach wie vor mit einem Imageproblem. Das sieht auch Kilian Schneider so: „Die Qualität unseres Produktes kommt nicht rüber", bedauert der Präsident des Badischen Weinbauverbandes. Damit tut sich Schneider schwer. Aus mehreren Gründen. Ein Gro߬teil des Weines in Deutschland wird im Genossenschaftswesen erzeugt. Gerade in einer Zeit, in der die Idee der Genossenschaft etwa in der Umweltbewegung eine Renaissance erfahre, „traut man Genossenschaftswinzern nicht zu, dass sie Qualität erzeugen." Dazu könnten die Winzer noch mit dem Pfund der Regionalität werben: „Das müsste doch beim Verbraucher genau so gut ankommen wie ein Bio-Gütesiegel." So appelliert Schneider an seine Winzer, Selbstbewusstsein zu zeigen. Auch beim Preis — ein ehrgeiziges Ziel in einem Land, in dem der Kunde bereit ist, für einen Liter deutschen Wein im Schnitt 3,04 Euro aus-zugeben (Deutsches Weininstitut). Das sind Preiskategorien, die das renommierte Burkheimer Weingut Bercher nicht kennt. Dennoch schaut Arne Bercher über den Tellerrand, engagiert sich, wo es gilt, das Image des badischen und des deutschen Weines voranzubringen. Den Wunsch, dass dort deutscher Wein ausgeschenkt werden soll, wo der deutsche Steuerzahler bezahlt, hält er für nachvollziehbar. Zumal in Deutschland Weine erzeugt würden, die allemal besser seien als die beim Konsumenten so beliebten „Zahnschwarzmacher" — dichte Rotweine, oft aus Übersee, die im Supermarkt für kleines Geld im Regal stehen. Auch in der Spitzen-Gastronomie ist deutscher Wein auf dem Vormarsch: „Unsere Gäste sind sehr aufgeschlossen", sagt Melanie Wagner, Sommeliere im Schwar¬zen Adler in Oberbergen — und 2010 vom Gault Millau zur Besten ihrer Zunft in Deutschland gekürt. Sie selbst lässt sich übrigens zu keiner pauschalen Weinempfehlung überreden: „Dafür ist die Dichte an Toperzeugnissen aus Deutschland mittlerweile viel zu hoch."

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