20.09.2012
Pressespiegel

Nicht zum Null-Tarif

Potenziale solarer Energiegewinnung

Energie wird immer teurer, so dass al­ternative Erzeugungsformen immer inte­ressanter werden. Der Rohstoff „Sonnen­energie" scheint besonders attraktiv: Die gesamte auf die Erdoberfläche auftref­fende Energiemenge ist mehr als fünftau­sendmal so groß wie der Energiebedarf der Menschheit, das Potenzial größer als das aller anderen erneuerbaren Ener­gien zusammen. Im landwirtschaftlichen Bereich haben Photovoltaik- und Solar­thermieanlagen inzwischen große Ver­breitung, so dass zunehmend seitens der Milcherzeuger die Frage an Molkereien herangetragen wird, ob für sie nicht auch Sonnenenergie ein Weg sein könnte, die Ertragslage zu verbessern oder zumin­dest „grüner" zu werden, was ja immer mehr Verbraucher einfordern.

Voraussetzung für die Gewinnung von Solarenergie ist natürlich, dass das Mol­kereigelände überhaupt baulich geeignet ist, cl. h. Beschattungsfreiheit, geeignete Dachausrichtung und schlichtweg auch ausreichend Platz auf den Dächern müs­sen gewährleistet sein bzw. eine andere entsprechend geeignete Fläche muss zur Verfügung stehen.

Solarenergie: Selbst nutzen oder verkaufen?

Grundsätzlich bieten sich zwei Mög­lichkeiten an, wie Molkereien Sonnen­energie nutzen können: Erzeugung zum Eigenverbrauch oder aber Verkauf der erzeugten Energie. Bei den Landwirten recht verbreitet ist Letzteres: Der mittels Photovoltaik erzeugte Strom wird in das öffentliche Stromnetz eingespeist und stellt eine zuverlässig kalkulierbare Ein­nahmequelle dar. Denn im Erneuerbare­Energien-Gesetz (EEG) ist festgeschrie­ben, dass der Erzeuger für die nächsten 20 Jahre je nach Größe der Anlage 13, 5 bis 19,5 Cent je Kilowattstunde für den erzeugten Strom erhält — allerdings nur für 90 Prozent, die restlichen 10 Pro­zent müssen intern verbraucht werden (Stand April 2012). Bei der Kalkulation ist die Rendite also klar vorherzusagen, da flexible Faktoren wie Struktur oder Technologie der Molkerei fast keine Rolle spielen. Die Rendite ist jedoch eher ge­ring: Für eine Fläche von beispielsweise 1.000 m2 Solarmodulen (entsprechend 150 kWp) müssten rund 300.000 Euro investiert werden. Die Anlage würde in unseren Breitengraden jährlich etwa 150.000 kWh Strom erzeugen, was sich auf jährlich 6-7 Prozent Kapital-Rendite und damit binnen zehn Jahren (ohne Berücksichtigung von Zinsen) auf ca. 60 bis 70 Prozent beliefe. Unter betriebswirt­schaftlichen Aspekten also kein ernst zu nehmender Einsatz für Molkerei-Kapital.

Energie für den eigenen Bedarf zu er­zeugen, kann unter bestimmten Umstän­den hingegen sinnvoll sein. Mögliche Einsatzbereiche lassen sich aus dem viel­fältigen Energiebedarf von Molkereien ableiten:

1.     Große Molkereien brauchen mehrere 10.000 MWh Strom, zum einen, um da­mit Förder- und Abfüllanlagen zu be­treiben, vor allem aber auch, um Kälte zu erzeugen.

2.     Molkereien brauchen Kälte, um Eis­wasser (0 bis 2 °C) oder Kühlsole (-4 °C) zu erzeugen, mit denen der empfind­liche Rohstoff Milch gekühlt wird.

3.     Molkereien brauchen Wärme z. B. für die Sterilisation, Dampferzeugung, CIP­Anlagen etc.

Strom aus Solarenergie

Die Sonne kostet nichts — lediglich die Photovoltaik-Module, mit denen Strom erzeugt werden kann. Diese können Un­ternehmen nutzen, um weniger Strom einkaufen zu müssen und dadurch Geld und fossile Brennstoffe zu sparen. Der gesamte Strombedarf einer Molkerei, beispielsweise 10.000 MWh/a lässt sich jedoch nur schwerlich mit einer eige­nen Photovoltaik-Anlage abdecken: Dazu bräuchte es erstens eine ca. 70.000 m2 große Anlage, also der Größe von sieben Fußballfeldern vergleichbar, was entspre­chend viel Platz erfordert und Kapital bindet. Zum anderen scheint die Sonne auch tagsüber nicht immer ausreichend; da noch keine entsprechenden Speicher­mechanismen zur Verfügung stehen, müsste nachts oder an Schlechtwetterta­gen Strom zugekauft werden.

Denkbar ist aber, mit eigenem Solar­strom Lastspitzen im Sommer abzude­cken, wenn erhöhte Außentemperaturen zu gesteigertem Kälte- und damit auch Strombedarf führen. Vorteil wäre, dass die ohnehin schon gute Benutzungsstruktur von Molkereien nochmals verbessert wird und hierdurch gegebenenfalls auch Einsparungen auf der Stromnetzseite ge­neriert werden könnten, da durch nied­rigeren Leistungsbezug der zu zahlende Leistungspreis ebenfalls geringer ausfällt.

Eigennutzung hat darüber hinaus den Vorteil, dass weniger Strom eingekauft werden muss, wodurch weniger Strom­steuern, EEG-Umlage und Netto-Ener­giekosten anfallen — pro 1.000 kWh/a macht das rund 100 Euro pro Jahr aus. Eine EEG-Vergütung für selbst genutzten Strom gibt es seit April 2012 allerdings nicht mehr. Damit ist auch diese Mög­lichkeit für einen Molkereibetrieb nicht mehr rentabel.

Wärme aus Solarenergie

Molkereien haben einen sehr vielfältigen Wärmebedarf, der zum Teil mit Solar­thermie gedeckt werden kann: Dabei erwärmt die Sonnenenergie eine Flüssig­keit, die die Wärme über Wärmetauscher beispielsweise an das Heizsystem über­gibt. Je nach eingesetzter Technologie lassen sich damit Temperaturen bis zu ca. 120 °C erzeugen. Für den Hochtem­peraturbedarf, beispielsweise zur Dampf­erzeugung, ist Solarthermie in unseren Breiten allerdings nicht geeignet, da der Wirkungsgrad mit zunehmender Tempe­ratur des Wärmeträgers abnimmt. Spezi­ell im Niedertemperaturbereich (<95 °C), in dem Molkereien einen breiten Bedarf haben (Temperierungsanlagen, Flaschenreinigung,         Speisewasservorwärmung, CIP-Anlagen, Kurzzeiterhitzer etc.), kann Solarthermie jedoch eingesetzt werden.

Einen nennenswerten ökonomischen Vorteil — neben der ökologisch erstre­benswerten Brennstoffeinsparung ­bringt die Solarthermie in Molkereien allerdings nicht, da im Sommerhalbjahr ein hoher Kältebedarf bei reduziertem Wärmebedarf besteht. Sinnvoll gespeist werden könnten mit Solarthermie nur Anlagen mit Warmwasserbedarf (<95 °C), wie die CIP-Anlagen oder die Kurzzeiter­hitzer: Pro Quadratmeter Kollektorfläche könnten jährlich ca. 250 kWh Wärme auf Niedertemperaturniveau erzeugt wer­den — dies allerdings nur tagsüber und vor allem um die Mittagszeit. Die Inve­stitionen pro Quadratmeter schlagen mit etwa 400 bis 500 Euro zu Buche. Bei ei­ner eingesparten Gasmenge von ca. 300 kWh pro Quadratmeter Kollektorfläche entspräche dies einer Einsparung von rund 10 bis 12 Euro pro Quadratmeter und Jahr.

Kälte aus Solarenergie

Sowohl Strom als auch Wärme aus So­larenergie können alternativ genutzt werden, um Kälte zu erzeugen: Ab­sorptionskältemaschinen benötigen mindestens 75 °C warmes Wasser als Antriebsmedium, aber im Vergleich zu konventionellen Kältemaschinen so gut wie keinen Strom. Wirtschaftlich sinn­voll ist dieses Verfahren allerdings nur zur Erzeugung von Klimakälte mittels Lithium-Brornid-Absorptionskältean­lagen, die heute als Standard-Anlagen gekauft werden können. Temperaturen unter 5 °C lassen sich damit jedoch nicht erzeugen; für Anwendungen mit niedrigeren Temperaturen, wie sie in Molkereien vorwiegend gebraucht werden, wie Eiswasser oder Kühlso­le, wären Ammoniak-Wasser-Systeme erforderlich. Diese sind aber immer Sonderanfertigungen und bei gleicher Kälte-Leistung sehr viel teurer, als Li­thium-Bromid-Anlagen und benötigen zudem sehr viel Platz.

Fazit

Photovoltaik und Solarthermie stellen keine optimalen und umfassenden Ener­gieerzeugungswege für Molkereien dar, sondern sind bestenfalls zur Ergänzung oder als Versorgung für einen bestimm­ten Teilbedarf einsetzbar. Mit Photovolta­ik kann der im Sommer vorübergehend erhöhte Kühl- und damit auch Strom­bedarf reduziert werden, solare Wärme­energie kann im Niedertemperaturbe­reich sinnvoll sein. Mit klug dimensio­nierten Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (Blockheizkraftwerke, Gas- oder Dampf­turbinen) können Molkereien jedoch sehr viel effizienter und vor allem kostengün­stiger sowohl Strom als auch Wärme mit nur einer Anlage erzeugen und dabei einen nennenswerten Anteil am Bedarf abdecken. [Alle Fotos: fotolia]


Die Autoren: Wolfgang Hahn, Geschäftsführer der Ener­gie Consulting GmbH [ECG), und Michael Werner, Partner ECG; Web: ecg-kehl.de

Zurück

  • PressControl
  • Streit Service & Solution GmbH & Co. KG
  • Pfeiffer & May
  • Elektro-Streb
  • Ruch Novaplast
  • Europa-Park
  • Derpart
  • LZ Verlagshaus
  • Wackergruppe
  • Klotter
  • Ohnemus
  • Max Grundig Klinik
  • JACO - Dr. Jaeniche
  • Nationalpark-Hotel Schliffkopf
  • BSW
  • Forstwirtschaftliche Vereinigung Schwarzwald
  • Hydro Aluminium Deutschland GmbH
  • Richard Neumayer
  • Kratzer
  • Sparkasse Offenburg
  • Weinmanufaktur Gengenbach
  • Kimmig
  • Weiss automotive
  • Actimage
  • Haake
  • AOK
  • Markant
  • Wagner Maschinen
  • Hafen Kehl
  • Zeller Keramik
  • HS Offenburg
  • Grossmann
  • Securiton Deutschland
  • F&S Gesellschaft für Dialogmarketing
  • Schwarzwald Wasser Labor
  • Brauwerk Baden Kronen Brauerei
  • Volksbank Bühl
  • B&K Offsetdruck
  • Volksbank Lahr
  • Orbau
  • Rendler Holding AG
  • Philipp Kirsch
  • badenova
  • Dalim Software GmbH
  • BCT Technology AG
  • Huber Mühle
  • Fensterbau Erich Schillinger
  • Reiff Medien
  • Alfred Apelt
  • Papierfabrik August Koehler
  • Algeco
  • Stadtbäckerei Dreher
  • ELTEO Elektrotechnik
  • Hubert Burda Media
  • Elektrizitätswerk Mittelbaden
  • Winzerkeller Hex vom Dasenstein
  • SWEG Südwestdeutsche Landesverkehrs-AG
  • Vetter Holding Landgard
  • Julabo
  • Janoschka
  • MULAG
  • Peterstaler
  • Erdrich
  • Sevenit
  • Agentur für Arbeit
  • Aliseo
  • Konzmann Kältetechnik WSK
  • Ditter
  • Sparkasse Haslach
  • Hochschule f.ö.V. Kehl
  • Volksbank Mittlerer Schwarzwald
  • BIW
  • MERB
  • Ernst Möschle
  • Hilzinger
  • Uhl Kies-und Baustoff GmbH
  • AREAL Industriehof
  • heimatec
  • Hermann ASAL
  • Hydro
  • Hansgrohe SE
  • Schnitzer IntellErn
  • Carl Fr. Scheer
  • LADOG
  • PressTec
  • Neugart
  • PWO
  • Bimmerle
  • Hiller Objektmöbel, Raumkonzeption
  • Durbacher
  • Eisen- Schmid GmbH & Co. KG
  • Moser & Partner
  • Alde Gott
  • otto Nussbaum
  • Armbruster W. Teigwarenfabrik GmbH
  • Stage Concept
  • Duravit
  • Klumpp + Müller
  • BAV INSTITUT GmbH
  • Fiege Logistik
  • Familienbrauerei Ketterer
  • Stinova
  • Kammerer Gewindetechnik
  • Klio- Eterna
  • Volksbank eG - Die Gestalterbank
  • Herrenknecht
  • Acrobat
  • Gmeiner
  • KIST
  • Sparkasse Wolfach
  • Kresse & Discher Corporate Publishing
  • Steimel Sitzmöbelfabrik
  • EDEKA
  • Stadtanzeiger
  • Hydro Systems KG
  • BELLIN Treasury International GmbH
  • Hilberer Schrauben
  • HODAPP GmbH & Co. KG
  • Freyler
  • Kronen Nahrungsmitteltechnik
  • Ernst Kaufmann Druckhaus
  • Etol
  • Westiform
  • Weber Haus
  • Eichner
  • Albert Köhler Pappen
  • Hund
  • helia
  • Brunner
  • Messe OG
  • Ernst Umformtechnik
  • Hermann Uhl e.K.
  • Badischer Verlag GmbH & Co. KG
  • Architekturbüro Müller + Huber
  • Leitwerk
  • Bold
  • MEIKO
  • ECG
  • Peter Huber Kältemaschinenbau
  • Vioma
  • Schrempp
  • Familienbrauerei Bauhöfer
  • Weingut Schloss Ortenberg
  • Zimmer Group
  • Oberkircher Winzer
  • Sparkasse Kehl Hanauerland
  • RMA
  • powercloud GmbH
  • Vega Grieshaber
  • Maja
  • Fritsch Elektronik GmbH
  • Bürstner
  • Obstgroßmarkt Mittelbaden
  • Rombach
  • Printus
  • Karl Knauer
  • Schwarzwald Eisen
  • Stinus
  • Fischer Group
  • Decker & Co.
  • ADA Cosmetics International GmbH
  • Sparkasse Gengenbach
  • Hotel Restaurant Rebstock
  • Karl Streit
  • Marktscheune Berghaupten
  • Lehmann Architekten
  • J. Schneider Elektrotechnik
  • Relais & Chateaux Hotel Dollenberg
  • Kasto
  • Zehnder