04.08.2012
Pressespiegel

»Ländlicher Raum muss stark bleiben«

Erstellt von Mittelbadische Presse

Landwirtschaftsminister Alexander Bonde fordert bessere Infrastruktur / Finanzminister Schmidt nimmt Äußerungen zurück

Äußerungen von Finanz­minister Nils Schmid über die abnehmende Bedeutung der Land­wirtschaft haben eine Debatte über die Wich­tigkeit des ländlichen Raumes ausgelöst. Seine Aussagen hat Schmid in­zwischen wieder zurück­genommen. Er nannte sie »unglücklich«, weil sie vom eigentlichen Thema abgelenkt haben.

VON UNSERER KORRESPONDENTIN GABRIELE RENZ

Stuttgart. »Wir sind nicht das Landwirtschaftsministeri­um«, sagt Minister Alexander Bonde (Grüne). Die Landwirt­schaft sei eine von sechs Ab­teilungen in seinem Haus. Die Klarstellung ist ihm wichtig. Zuständig ist sein Ressort für Landwirtschaft, Naturschutz, Tourismus und Verbraucher­schutz. Unter Grün-Rot hat das Ministerium Gewicht gewon­nen. Ein Gewicht freilich, das einer veränderten Wirklich­keit angepasst ist.

Wenn im Flächenland Ba­den-Württemberg vom ländli­chen Raum die Rede ist, denken viele an das flache Land mit vereinzelten Höfen und Ein­zäunungen oder an menschen­arme, bewaldete Schwarz­waldhügel. Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raum­forschung nimmt regelmäßig »Raumbeobachtungen« vor und liefert damit Datengrund­lagen für die Politikplanung, etwa für Bondes Ministerium. Eingeteilt wird in kreisfreie Städte mit mindestens 100000 Einwohnern, städtische Krei­se, ländliche Kreise mit Ver­dichtungsansätzen sowie, als vierte Kategorie, »dünn besie­delte ländliche Kreise«, wo weniger als 50 Prozent der Menschen in Groß- und Mittel­städten leben.

Andere Problemsituation

Ein Blick auf die Deutsch­landkarte zeigt: In Baden-Württemberg findet sich nach dieser Definition, anders als im Osten Deutschlands und auch in Bayern, so gut wie kein »dünn besiedelter ländli­cher Kreis«. Die vorherrschen­de Kategorie im Südwesten ist die der städtischen Kreise. Le­diglich in Oberschwaben, im Südschwarzwald und in Ho­henlohe finden sich ländliche Kreise. »St. Blasien hat eine andere Problemsituation als Karlsruhe«, bewertet Minister Bonde. Grün-Rot nehme seinen Auftrag, für die Gleichheit der Lebensverhältnisse zu sorgen, sehr ernst.

»Der ländliche Raum ist stark in Baden-Württemberg, wir tun alles, damit er stark bleibt.« Dazu gehöre eine besse­re Infrastruktur in der Fläche, die etwas anderes sei als im­mer nur neue Straßen. Bonde nennt eine gute Breitbandver­sorgung fürs Internet ebenso wie »kluge Tourismuspolitik« oder gezielte Wirtschaftsförde­rung. Dabei sieht es in der Analyse des Bundesinstituts gar nicht schlecht aus. Bei der Ar­beitslosigkeit stellen sich die Städte auf dem Land wie Ra­vensburg erheblich besser als die Großstädte Stuttgart oder Mannheim.

Keine Gemeinde ist weiter als eine halbe Stunde Fahrzeit vom nächsten Ober- und Mit­telzentrum entfernt. Die Ver­sorgung mit Hausärzten ist besser als in der Stadt, die mit Fachärzten allerdings weniger gut. Wirtschafts- und Finanz­minister Nils Schmid schlug auf Grundlage dieser Daten vor, als Land in andere Berei­che als bisher zu investieren. Es gebe jenen Gegensatz von länd­lichem Raum und Stadt kaum, deshalb seien etwa die Agrar­hilfen zu überprüfen, sagte der SPD-Minister. Die Menschen in den Verdichtungsräumen hätten »andere Sorgen als die Landwirtschaft«. Heute wür­de er das so nicht mehr sagen. »Die Bemerkungen waren un­glücklich, weil sie vom eigentli­chen Thema abgelenkt haben«, sieht Schmid Tage danach ein. Denn die Empörung, die ihm entgegenschlug, war gewaltig.

Basis für Genießerland

Minister Bonde klingt in­zwischen versöhnlich: »Wir sind uns völlig einig: Der länd­liche Raum braucht einen brei­ten Ansatz an Antworten.« In der Landwirtschaft seien 1,2 Prozent aller Beschäftig­ten in Baden-Württemberg tä­tig. Zwar spiele deren Arbeit auf dem Land eine große Rolle, aber in anderer Form als rei­ner Agrar-Subventionierung. Sie produzierten regionale Le­bensmittel und gestalteten so den Ruf des Landes als Genie­ßerland.

Der Nabu nennt die Land­wirte als wichtige Partner für das Gelingen der Energiewen­de, indem sie Biogasanlagen, Photovoltaik- oder Windkraft­anlagen bauen. Bonde rech­net beispielhaft vor, dass von 52,6 Millionen Euro, die in Ba­den-Württemberg 2012 in das Entwicklungsprogramm länd­licher Raum (ELR) gingen, 45 Millionen reine Landmittel sind. 60 Prozent davon seien reine Wirtschaftsförderung, etwa um Gebäudeerweiterun­gen oder eine Firmen-expansi­on zu unterstützen. 825 Projek­te in 362 Gemeinden werden in diesem Jahr gefördert.

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