01.08.2018
Pressespiegel

Digitaler Anschub für den Mittelstand

Erstellt von Hubert Röderer

OFFENBURG. Baden-Württembergs

Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeis-

ter-Kraut ist es ein großes Anliegen, die

kleinen und mittleren Unternehmen im

Land noch stärker für die Digitalisie-

rung zu begeistern, das Land helfe ih-

nen gerne dabei. Dem Ziel sollten in

den vergangenenWochen auch die bei-

den „Popup-Labore“ in Lahr und Offen-

burg dienen – laut Offenburgs OB Edith

Schreiner „Werkstätten auf Zeit“.

Im Februar trafen sich Personen ausWirtschaft und Politik in Stuttgart zum "Digitalgipfel Wirtschaft 4.0". Ziel war, die "Digital Hubs" des Landes zu küren - regionale Zentren für Erfahrungsaustausch, Wissenstransfer, Kooperation. Laut Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister- Kraut sollen sie "als Teilchenbeschleuniger digitaler Innovationen wirken". Bei jenem Digitalgipfel wurden zehn Konzepte gekürt, wie Wissen um die Digitalisierung in die verschiedenen Regionen des Landes gebracht werden könnte. Den Zuschlag für den Oberrhein bekam das Digi-Hub-Konzept des Bündnisses Klimapartner Oberrhein, das an der Spitze eines Verbundes aus rund 20 Partnern steht, darunter diverse Firmen, die Uni Freiburg, drei Fraunhofer-Institute, ein Mikrosystemtechnik-Cluster und Wirtschaftsverbände. Das Zentrum wird in Freiburg stehen, unter den drei weiteren Standorten ist neben Breisach und Lörrach auch die Hochschule Offenburg. Daran erinnerte Hochschulprorektor Andreas Christ jetzt in der Reithalle. Im Grunde will die Landesregierung mit aller Macht - also rasch - Know-how zur Digitalisierung unters Volk bringen, das regionale Projekt kann mit einer Finanzspritze von einer Million Euro rechnen. Das Land geht auch andere Wege, um die Digitalisierung zu verbreiten. Dazu zählten auch die beiden "Popup-Labore" jüngst in Lahr und Offenburg, in denen mit Workshops und Vorträgen gezielt für den Mittelstand niedrigschwellige Angebote gemacht wurden. Ziel sei gewesen, so Hoffmeister-Kraut bei der Abschlussveranstaltung in der Reithalle in Offenburg, diese Angebote "passgenau" zu machen. "Der Mittelstand", machte sie unmissverständlich deutlich, "muss bei diesem Thema noch besser werden." Er müsse angesichts des "weltweiten Innovationswettbewerbs" aufpassen, nicht den Anschluss zu verlieren. In manchen Bereichen gebe es bereits Indizien dafür. Welche, sagte Hoffmeister-Kraut nicht. Der Landesregierung liege das Thema sehr am Herzen. Nicht umsonst habe sie sich entschieden, innerhalb von fünf Jahren eine Milliarde Euro für digitale Projekte aufzuwenden: "Die Digitalisierung ist die größte Herausforderung für unsere Unternehmen und ihre Beschäftigten." Wichtig sei, über den Tellerrand hinauszuschauen. Dabei zitierte sie den holländischen Ex-Nationalspieler Ruud van Niestelrooy, der mal sagte, er sei oft nicht da, wo der Ball ist, sondern da, wo er sein werde. Die Unternehmen sollten also beherzigen, dass die Wirtschaft ständig im Fluss sei, dass die "Unternehmen in immer kürzeren Zyklen reagieren müssen". Dass gerade das besondere Angebot für kleinere und mittlere Firmen Sinn mache, unterstrich Offenburgs OB Schreiner: "Sie bilden das Rückgrat unserer regionalen Wirtschaft, gerade sie sollten Schritt halten können." Menschen, Maschinen, Anlagen, Produkte, die Logistik: Vieles sei bereits miteinander vernetzt, vieles könne miteinander kommunizieren. Das autonome Fahrzeug, intelligente Carsharing-Modelle: Auch das, so die Ministerin, habe sehr viel mit Digitalisierung zu tun, es gebe Tausende anderer Beispiel. Edith Schreiner nannte das "Popup-Labor" den "richtigen Impuls für die Region" und für ihre Stadt mit den 40 700 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen - nie sei die Beschäftigung in der Geschichte Offenburgs höher gewesen. Schreiner verwies auch auf Technologiepark (TPO) undWirtschaftsregion (WRO), die beide an der Prosperität der Ortenau großen Anteil hätten. Und genau die WRO, sagte Markus Dauber, Vorstandschef der "Volksbank in der Ortenau", mit Sitz in Offenburg, könnte die digitale Führungsrolle in der Ortenau übernehmen. Dauber appellierte dabei an alle Akteure, sich über einen Runden Tisch noch besser zu vernetzen. Dass ihm das Thema am Herzen liegt, zeigte auch sein Hinweis auf das kleine Estland, das sehr wohl als Vorbild dienen könne: "Viele Dienste werden dort offline überhaupt nicht mehr angeboten." Dort herrsche die Losung: "Digital first!"

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