20.10.2021
Pressespiegel

„Die Natur gleicht manches aus“

Erstellt von Badische Zeitung

BZ-INTERVIEW mit Schuttertals Bürgermeister Matthias Litterst zu den Ergebnissen der Befragung und ihrer Bedeutung. Mit 6,0 Punkten liegt Schuttertal im BZ-Check auf Platz sieben von 15 Kommunen. Den Spitzenrang belegt die Gemeinde bei der geringen Verkehrsbelastung und dem Wohnungsmarkt, anders sieht es beim ÖPNV, dem Einzelhandel und der medizinischen

Versorgung aus. BZ-Redakteur Hannes Selz hat mit dem Schuttertäler Bürgermeister Matthias Litterst über die Umfrageresultate gesprochen.

BZ: Herr Litterst, wie der BZ-Check verrät, ist Ihrer Gemeinde sehr sauber.

Litterst: Das gebe ich als Kompliment an den Bauhof weiter. Die Mitarbeiter geben täglich ihr Bestes. Auch unsere Bürgerinnen und Bürger halten das Dorf sauber.

BZ: Welches Ergebnis hat Sie am meisten überrascht?

Litterst: Verwundert hat mich zunächst, dass wir beim Sportangebot nur auf Platz zehn liegen. Unsere insgesamt gute Bewertung von 7,1 Punkten zeigt aber, dass alle Kommunen gut aufgestellt sind.

BZ: Sie haben eine Wohnung in Schuttertal. Wie lebt es sich dort?

Litterst: Ich glaube, landschaftlich gibt es nicht viele schönere Flecken auf unserer Erde. Wir liegen mitten in der Natur. Das gleicht das eine oder andere aus.

BZ: Was meinen Sie damit?

Litterst: Wir sind nicht der zentralste Ort im Kreis. Die langen Wege bringen den einen oder anderen Nachteil mit sich.

BZ: Sie meinen sicher den öffentlichen Nahverkehr, bei dem Sie mit 2,4 Punkten die schlechteste Bewertung aller Kommunen haben.

Litterst: Das war zu erwarten. Es ist ein Problem der meisten ländlichen Gemeinden fernab der Rheinschiene. Zudem liegt Schuttertal am Talende. Die Frage ist, ob eine engere Bustaktung tatsächlich mehr Nutzen bringen würde. Die Busse sind oft einfach nicht stark frequentiert.

BZ: Sind Sie mit der SWEG in Austausch?

Litterst: Die Gespräche finden regelmäßig statt. Ich hätte gerne eine bessere Taktung für den Schüler- und Pendlerverkehr. Doch einfach mehr Busse einzusetzen, ist nicht realistisch. Es braucht andere Lösungen, wie zum Beispiel das Projekt "Mitfahrbänkle", das vor Corona gut angenommen wurde, weiter auszubauen. Guter Rat ist hier teuer, dieses Thema treibt mich um. Weiter muss man bedenken, dass viele Bürgerinnen und Bürger in den Außenbereichen wohnen und allein schon zur Bushaltestelle ein ganzes Stück mit dem Auto fahren müssen. Fraglich, ob man dann noch umsteigt.

BZ: Kommen wir zum Klima. Sie hatten im Sommer mit Hochwassern zu kämpfen. Wie fällt Ihr Fazit aus?

Litterst: Wir hatten Glück, dass keine Personen zu Schaden gekommen sind. Jedoch sind viele Gebäude beschädigt und die Beeinträchtigungen an der gemeindlichen Infrastruktur treten erst nach und nach zu tage. Bis man das komplette Ausmaß sieht, wird es dauern.

BZ:Wie wollen Sie die drei Ortsteile künftig besser schützen?

Litterst: Alle Ortsteile haben verschiedene Bedürfnisse. Klar würde ein Rückhaltebecken helfen. Aber wir haben viele Seitentäler mit Bächen. Wenn ein Bach dort übertritt, bringt einem ein Rückhaltebecken auch nichts. Die alles erschlagende Lösung wird es nicht geben. Doch wir prüfen in alle Richtungen.

BZ: Schuttertal hat für eine geringe Verkehrsbelastung die beste Bewertung aller Kommunen erhalten. Überrascht Sie das? Entlang der L102 und L103 soll es schon einmal laut werden.

Litterst: Wir haben nicht den großen Durchgangsverkehr wie andere. Das Problem mit dem Lärm besteht aber dennoch, was bei uns aber weniger ein Regulierungs- als ein Vollzugsproblem ist.

BZ:Wie stehen Sie zu Neubaugebieten?

Litterst: Wir könnten viele Bauplätze verkaufen, das ist aufgrund unserer Topografie aber nicht ganz einfach. Ein großes Baugebiet mit 50 Bauplätzen können wir nicht anbieten.

BZ: Eine schlechte Bewertung gab es bei der medizinischen Versorgung. Wie ordnen Sie das Ergebnis ein?

Litterst: Das hat mich etwas verwundert. Wir haben einen Hausarzt, das ist nicht mehr selbstverständlich im ländlichen Raum. Dass bei unserer Gemeindegröße nicht fünferlei Fachärzte bei uns angesiedelt sind, erklärt sich von selbst.

BZ: Beim Thema Einzelhandel fällt die Bewertung ebenfalls dürftig aus.

Litterst: Unsere Bevölkerung pendelt ind er Regel zum Arbeiten aus dem Ort heraus. Dort gibt es große Supermärkte.Wir sind froh, dass wir inzwischen in jedem Ort mindestens einen kleinen Laden und auch einige Hofläden haben, die das Mindestmaß an Grundversorgung abdecken.

BZ: Reicht das bürgerliche Engagement aus, damit die Gemeinde auf Dauer überlebensfähig bleibt?

Litterst: Unsere Vereine engagieren sich wahnsinnig. Wir haben ein großes Sportangebot, Musikvereine in jedem Ortsteil und vieles mehr. Die Schuttertäler sind bekannt dafür, zusammenzustehen, anzupacken und etwas auf die Beine zu stellen. Die Pfarrscheune ist das beste Beispiel. Die Pflegewohngruppe ist aus bürgerlichem Engagement heraus entstanden.

BZ: Sie sprechen das Projekt in der alten Pfarrscheune an. Überrascht es Sie, dass Sie bei der Seniorenfreundlichkeit dennoch nur durchschnittlich abschneiden?

Litterst: Wir haben die Nachbarschaftshilfe, einige Angebote für Senioren in unseren Vereinen und jetzt die Pfarrscheune, in der unsere Senioren in ihrer Gemeinde ihren Lebensabend verbringen können. Das ist sehr viel wert. Man sieht das auch an den Belegungszahlen. Ich bin sehr optimistisch, dass wir Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres auf Vollauslastung laufen.

BZ: Beim Amtsantritt vor einem Jahr sagten Sie, Sie wollen Schuttertal attraktiv halten. Was sind die nächsten Schritte?

Litterst: Wir machen derzeit sehr viel. Die Instandhaltung unserer gemeindlichen Infrastruktur wird uns immer das Programm vorgeben. Es gibt kaum eine Gemeinde mit einer vergleichbaren Einwohnerzahl, die drei Schulen, drei Kindergärten, drei Hallen und so viele Straßen und Kanäle hat.

BZ: Welche weiteren Themen treiben Sie voran?

Litterst: Zum einen Internet und Mobilfunk. Trotz großer Fördermöglichkeiten ist das aber nicht einfach, es geht um sehr viel Geld. Zum anderen versuchen wir, das ein oder andere Baugebiet - wir reden in dieser Hinsicht immer von fünf, sechs Plätzen - zu schaffen, damit unsere jungen Familien hierbleiben können.

BZ:Wie sieht es mit dem Gewerbe aus?

Litterst: Da gilt das gleiche wie bei den Baugebieten: Das eine, große Gewerbegebiet wird es bei uns nicht geben. Wir haben schlicht keinen Platz dazu. Damit sich unsere Gewerbebetriebe, die uns auch gut durch die Corona-Krise getragen haben, weiterentwickeln können, wird es auf viele kleine Lösungen hinauslaufen. Ein kleines Gewerbegebiet für zwei oder drei Betriebe wäre eine Möglichkeit.

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