22.01.2013
Pressespiegel

„Dazu gibt es keine Alternative"

Erstellt von Badische Zeitung

Kehls Oberbürgermeister Günther Petry zum Eurodistrikt, der heute vor zehn Jahren von Schröder und Chirac proklamiert wurde

VON UNSEREM REDAKTEUR HUBERT RÖDERER ORTENAU/STRASSBURG. Der heutige 22. Januar ist ein ganz besonders geschichtsträchtiger Tag: Vor 50 Jahren - 1963 - wurde die deutsch-französische Freundschaft besiegelt. Und vor genau zehn Jahren - 2003 - haben Bundeskanzler Schröder und Staatspräsident Chirac einen „Eurodistrikt" für Straßburg und dessen rechtsrheinische Nachbarn proklamiert. Mancher Holperstein musste in diesen zehn Jahren aus dem Weg geräumt werden, dennoch gibt es für Kehls OB Petry zum Eurodistrikt keine Alternative. 1990 hatten nicht zuletzt Kehler Bürger die Idee eines Eurodistrikts ins Spiel gebracht, doch sie geriet in Vergessenheit, vielleicht auch deshalb, weil sie politisch ein (zu) heißes Eisen war. Gleichwohl wurden einige Vorschläge realisiert, etwa der grenzüberschreitende Nahverkehr und die Gründung des Euro-Instituts. 2002 hat Wolfgang Schäuble das Thema mal gestreift, zudem fragte das Auswärtige Amt im Regierungspräsidium an, wie man sich ein solches Gebilde vorstel¬len könnte. Nach außen drang nichts. Nicht mal zu den Entscheidern in der Region. Und so haben Schröder und Chirac am 22. Januar 2003 alle kalt erwischt. Ja, ich wusste von nichts", räumt Günther Petry ein, auch seine Ortenauer Kollegen nicht „und auch nicht die französische Seite", die Stadtspitze von Straßburg: „Es war nur klar, das soll eine kommunale Sache werden." Eine, die beispiellos ist: „Es gab kein Modell Eurodistrikt." Insofern sei es nur zu verständlich, dass Fehler gemacht oder Dinge schleppend auf den Weg gebracht wurden. „Manche hätte man besser machen können", doch hinterher sei man immer klüger. Hätten die Pioniere damals, 1840, Wissenschaftlern Glauben geschenkt, dass man Menschen nicht schneller befördern dürfe als mit Tempo 40, weil dies tödlich wäre, hätte es keine Eisenbahn gegeben. Hat man Ziele, müsse man auch was riskieren. Und nicht gleich bei einem Fehler resignieren. Man möge doch, bitteschön, daran denken, dass die Handelnden es im Falle Eurodistrikt mit zwei unterschiedlichen Verwaltungssystemen zu tun haben; dass sie an den Gesetzen der beiden Staaten nicht vorbei kommen und somit das Umsetzen mancher Ideen mitunter dem Bohren dicker Bretter gleiche. Und man möge auch zur Kenntnis nehmen, so Petry, dass sich Straßburger und Ortenauer anfangs lediglich auf der Basis einer Kooperationsvereinbarung bewegten und erst 2010, mit der Gründung eines Zweckverbandes, eine vernünftige Arbeitsstruktur geschaffen wurde. Mit der Bildung dieses „Europäischen Verbundes für territoriale Zusammenarbeit" - erst 2006 von der EU geschaffen - wurde die Hauptamtlichkeit eingeführt: Damit verbunden war die Bestellung eines Generalsekretärs und die Gründung einer Büro-Mannschaft; die Arbeit funktionierte zwischenzeitlich nur leidlich, weil man sich nach nicht mal zehn Monaten vom ersten Generalsekretär trennte, die ganze Bewerbungsleier von vorne begann und auch andere Stellen nicht besetzt waren. „Der Eurodistrikt ist eine verbindende Stelle über den Rhein hinweg" „Das Büro, habe ich den Eindruck, läuft inzwischen gut", so Petry (63). Wie auch der Umgang unter den Delegierten, so sehen's Außenstehende, offenbar professioneller und kameradschaftlicher geworden ist, was auch gerade für den früher gefürchteten CUS-Chef Robert Grossmann gilt. Wie sinnvoll allein schon der Umstand, dass sich 48 Gewählte von hüben und drüben viermal im Jahr treffen, so Petry. Das schaffe Vertrauen: „Der Eurodistrikt ist heute eine verbindende Stelle über den Rhein hinweg, zu dem es keine Alternative gibt." Eine gemeinsame Telefonvorwahl, eine flottere Postlaufzeit, eine Rheinbrücke im südlichen Kreisgebiet, unkomplizierte Nutzung des jeweils anderen Gesundheitssystems: All dies stehe durchaus auf dem Wunschkalender, so Petry, doch derlei Projekte könne der Eurodistrikt weder politisch noch finanziell alleine stemmen. Doch man könne sehr wohl stolz sein auf Projekte, die bereits realisiert sind oder es bald werden: die Gründung einer deutsch-französischen Kinderkrippe (60 Plätze) in Straßburg, die Straßenbahn über den Rhein, der Marathon, den man 2013 gerade in Deutschland noch bekannter machen wolle, die Einrichtung einer Substitutionspraxis in Kehl für Drogenabhängige aus beiden Ländern. Erst recht die „Mikroprojekte" seien geradezu prädestiniert, den Eurodistrikt auch im hintersten Kreiswinkel bekannter zu machen: Begegnungen von Ortenauem und Straßburgern werden in Bereichen wie Kultur, Sport, Bildung, Ausbildung, Umwelt oder Soziales stark bezuschusst. Das Angebot richtet sich vor allem an Vereine und Schulen. Was Petry ebenfalls ein ganz großes Anliegen ist: die Mehrsprachigkeit: „Bei uns sollte es bei der Fremdsprache kein 'entweder oder', sondern ein 'sowohl als auch' geben." Also sowohl Englisch als auch Französisch. Petry hat längst seinen eigenen Mini-Eurodistrikt: Unter den 35 000 Kehler Einwohnern befinden sich heute bereits 2500 Franzosen. Ob Kehl eines Tages nach Straßburg eingemeindet zu werden droht? Petry schmunzelt: „Nicht, solange es Deutschland und Frankreich gibt."

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