22.11.2012
Pressespiegel

Auf der Jagd

Erstellt von Mittelbadische Presse

Die Recruiting-Messe der Hochschule Offenburg - sie hat etwas von

einem Basar. In dichtem Gedränge bieten Unternehmen aus der

ganzen Region Arbeitsstellen und Praktika feil. Die eigentlich wertvolle Ware sind aber die Studenten selbst: Im Kampf um Fachkräfte buhlen die Unternehmen um deren Gunst.

 

Gefackelt wird nicht lange. Zielstrebig marschieren Kim Höfler (21) und Se­lina Bauer (19) durch die Tür zum Gebäude B der Hochschule Offenburg. Die beiden Studentinnen wissen genau, was sie wollen: »Firmen kennenlernen, bei denen ich später arbeiten könnte«, sagt Kim Höfler, die Wirtschafts­ingenieurwesen im dritten Se­mester studiert. Bei BWL-Stu­dentin Selina Bauer (zweites Semester) ist es ähnlich: »Ich möchte ein Unternehmen fin­den, bei dem ich mein Praxis­semester machen kann.« Auch sonst gefallen ihr die Annehm­lichkeiten, die die jährliche Karrieremesse auf dem Hoch­schulcampus bietet: »Wo sonst kann man so viele Süßigkeiten auf einmal abstauben?« Der erste Eindruck: mäch­tig voll hier. Überall Infostän­de, Prospekte, Plakate und Stu­denten. Stimmengewirr aus allen Richtungen, 95 Unterneh­men aus der ganzen Region. Ist es bei so viel Andrang über­haupt möglich, in Ruhe ein Ge­spräch zu führen, geschwei­ge denn, einen verbindlichen Vertrag abzuschließen? »Das geht schon«, gibt sich Selina Bauer zuversichtlich. Auch ih­re Freundin Kim startet sofort zum ersten Stand durch: »Da hängen ja schon die Stellenan­zeigen. Vielleicht finde ich di­rekt eine Stelle für mein Pra­xissemester.« Doch der Zettelwald des Sa­nitär-Produzenten Hansgrohe sorgt erst einmal für Verwir­rung. »Wieso tropft denen denn der Speichel aus dem Mund?«, fragt Selina Bauer. Gemeint sind die Stellenbeschreibun­gen, auf denen klitschnasse Gesichter ab­gebildet sind ­zweifellos eine Anspielung auf die Badezim-mer-Armatu-ren, die Hans­grohe herstellt. Und die ange­botenen Jobs? Werden fast alle mit englischen Begriffen ange­geben. »Warum soll ein Student denn als Facili­ty Manager ar­beiten?«, wun­dert sich Höfler. »Ist das nicht so was wie ein Hausmeister?« Immerhin: Für ihren Studien­gang gibt es auch einen Treffer - »Praktikum im Bereich In­dustrial Engineering.« Zweiter Versuch. Beim Au­tozulieferer Marquardt geht ein Mitarbeiter sofort auf die Studentinnen zu. »Können wir Ihnen helfen? In welchem Se­mester sind Sie gerade?« Die jungen Frauen antworten ebenso direkt: »Was produzie­ren Sie denn? Kann man bei Ihnen auch ein Auslandsprak­tikum machen?« Der Mitarbei­ter - vom Aussehen her nicht viel älter als die beiden - er­zählt von elektronischen Au­toschlüsseln, Bedienelementen und Niederlassungen in aller Welt: »Schreiben Sie Ihre Wün­sche direkt in die Bewerbung rein. Da lässt sich sicher etwas machen.« Die Augen der Stu­dentinnen funkeln: »Da wer­de ich mich auf jeden Fall be­werben«, sagt Bauer. »Auch für mich wäre das ideal«, erwidert Höfler. »Schon deshalb, weil die Firma in der Nähe von Tuttlingen liegt, wo ich her­komme.« Kim Höfler und Selina Bau­er bahnen sich ihren Weg durchs Hochschulgebäude vorbei an Kommilitonen, Stell­wänden und Firmen-Repräsen­tanten mit aussagekräftigen T-Shirts: »Wir suchen Informa­tiker« steht auf einem - Mode-Botschaften im Kampf gegen den Fachkräftemangel. An­sonsten sind sowohl die Stu­denten als auch die Vertreter der Berufswelt ziemlich leger gekleidet: Pullover, Jeans, ab und zu ein Hemd. Krawatten sind so gut wie nirgends zu se­hen. Und auch der Ton ist größ­tenteils ungezwungen und lo­cker, anders als in so manchem Vorstellungsgespräch. An eini­gen Ständen werden die jungen Frauen sofort geduzt. »Wenn das für euch okay ist«, schie­ben die meisten schnell noch hinterher. Am Ende des Erdgeschos­ses fällt Bauer der Lidl-­Stand ins Auge. »Ich würde gerne ein Praktikum im Bereich Controlling machen«, sagt sie. Der Supermarkt-Mit­arbeiter schwärmt von Filia­len in 27 Ländern, einer Beleg­schaft von 200000 Angestellten und schnellen Aufstiegsmög­lichkeiten. Kurze Zeit später trägt Selina Bauer eine Papier­tüte voller Infomaterial. »Die haben mich jetzt richtig neu­gierig gemacht.« Fünf Minuten später ist die gute Laune der 19-Jährigen schlagartig verflogen. »Das war wirklich unverschämt«, sagt sie, als sie vom Stand ei­nes Kugellager-Herstellers zu­rückkehrt. »Die haben gedacht, eine BWL-Studentin könnte mit einer Automatik-Kupplung nichts anfangen. Als wäre ich total bescheuert!« Höfler sieht die Sache entspannter: Mit ih­rem Studiengang stehen ihr in der Automobilbranche aller­lei Möglichkei­ten offen - auch eine Abschluss­arbeit im besag­ten Betrieb. »Im­merhin haben sie uns gesagt, dass man dort als Praktikant keinen Kaffee kochen muss.« In der ers­ten Etage wen­det sich das Blatt. Beim Mo­torenherstel‑ ler »EBM-Papst« dreht sich das Gespräch erneut um Auslands­aufenthalte. »Schreiben Sie doch eine Initiativbewerbung«, rät der junge Mann, der die Firma vertritt. »Ob wirklich ein Auslandspraktikum mög­lich ist, kann ich Ihnen aber jetzt noch nicht zusichern.« So läuft es an fast jedem Messe­stand: Hochglanzbroschüren wandern von einer Hand in die andere, Visitenkarten werden getauscht, ein paar unverbind­liche Worte gewechselt. Eine feste Zusage gibt es nirgendwo - was die beiden Studentinnen aber auch nicht erwartet hat­ten. »Wichtig ist doch erst mal, mit den Leuten überhaupt ins Gespräch zu kommen«, findet Kim Höfler. Je länger man durch die Hochschulgänge schlendert, desto deutlicher wird die gu­te Lage auf dem Arbeitsmarkt. Die Unternehmen ringen re­gelrecht um qualifizierten Nachwuchs. Viele bewerben die von ihnen mitgetragenen Deutschland-Stipendien - ei­ne Förderung von Studenten, die zur Hälfte vom Staat und zur anderen Hälfte aus der Wirtschaft finanziert wird. Während Studenten der Geis­teswissenschaften über feh­lende Deutschlandstipendien klagen, können sich die Wirt­schafts- und Technikabsolven­ten der Offenburger Hochschu­le über ein großes Angebot freuen. Genau wie über die vie­len Präsente, die die Firmen verteilen: Gummibärchen, No­tizzettel, LED-Lampen, Schlüs­selbänder. Oder Tesa-Rollen aus dem Offenburger Werk. Zwei Stunden später: Be­laden mit Prospekten, Visitenkarten und Stel­lenanzeigen steuern die Stu­dentinnen den Ausgang an. Hat ihnen eine solche Massenver­anstaltung wirklich geholfen? »Ja«, sagen beide einmütig. »Natürlich können sich die Fir­men die Gesichter der einzel­nen Leute nicht alle merken«, räumt Selina Bauer ein. »Aber dafür haben wir sehr viele In­formationen auf einen Schlag bekommen, die wir sonst aus Bequemlichkeit wahrschein­lich nicht selbst recherchiert hätten.« Für Kim Höfler hat es sich ebenfalls gelohnt: „In Be­werbungen können wir jetzt sagen, dass wir mit den Firmen schon Kontakt hatten. Das ist definitiv der größte Vorteil.«

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