08.07.2019
Pressespiegel

Ärzte und Pfleger sind durch KI nicht zu ersetzen

Erstellt von Badische Zeitung - Offenburg

Giovanni Maio, Inhaber des Lehrstuhls für Medizinethik der Uni Freiburg, sprach in Gengenbach über ethische Grenzen in der Medizin

Wo sind die ethischen Grenzen der Anwendung künstlicher Intelligenz (KI)? Welche Ziele will die Gesellschaft mit Technik erreichen, welche nicht? Auf diese Fragen ging der Arzt und Philosoph Giovanni Maio am Beispiel der Humanmedizin ein. Maio hielt seinen Vortrag in in Gengenbach.

Er wurde 1964 in Italien geboren und kam 1970 nach Gengenbach. Maio studierte Medizin und Philosophie unter anderem in Freiburg und ist heute Inhaber des Lehrstuhls für Medizinethik der Uni Freiburg. 2002 wurde er in die Zentrale Ethikkommission für Stammzellenforschung berufen.Was braucht der Mensch über die Technik hinaus? Diese Frage, die in seinem Studium nicht behandelt worden sei, habe ihn beschäftigt. Als Arzt fühle er sich dem Ganzsein verpflichtet.

„Der Mensch ohne Technik ist nicht vorstellbar“, stellte Maio voran. Mit Hilfe der Technik habe er sich von der Natur emanzipiert. Sie pauschal zu kritisieren, sei nicht vernünftig. Aber zu glauben, man könne alle Probleme mit Technik lösen, ebenso unvernünftig. Gegenwärtig gerieten vor lauter Möglichkeiten der Technik die Ziele, wie sie einzusetzen sei, aus dem Blick. Die Ziele aber müsse die Gesellschaft auf der Basis ihrer Werte und Normen bestimmen. Wie dies geschehen kann, machte Maio deutlich.

Beispiel Pflegeroboter: An ihrer Simulation von Menschlichkeit erfreuten sich Pflegepatienten. „Wir sollten aber Menschen, die nicht mehr urteilsfähig sind, nicht täuschen.“ Pflege sei ein Beziehungsberuf. Sie helfe Patienten, sich als wertvoll wahrzunehmen. Nur wer angesprochen werde, erfahre sich als ein „Jemand“. Roboter aber könnten nur agieren, es fehle ihnen die Fähigkeit zur Interaktion. Ohne die sei Pflege ein reines Verrichtungssystem. Ihr Einsatz sei deshalb auf schwere Verrichtungen einzugrenzen, um den Patienten anschließend wieder dem Pflegepersonal zu „übergeben“. Roboter aus Personalmangel einzusetzen sei der falsche Ansatz. „Dieses Problem muss sozial gelöst werden“, sagte Maio.

Beispiel Telemedizin. Der Patient sei ein „Amalgam vieler verschiedenerWissenelemente“, das nur mit Wissen erfasst werden, durch menschliche Sinne erworben könne. Fernübermittelte Daten seien eine Reduktion der Wirklichkeit. Wohl könne ein Hauttumor anhand eines Fotos durch eine Software schneller diagnostiziert werden, als dies dem Arzt möglich sei. Das beantworte aber nicht die Frage nach der Behandlung des Tumors. Dazu sei praktische Intelligenz und situatives Wissen nötig, das KI fehle. Dass das „Lernen“, welches KI beigemessen wird, als solches zu verstehen sei, stellte Maio in Frage. Zum wirklichen Lernen im Sinne von Wissen und Erfahrung gehörten Gefühle. „Computer empfinden keinen Schmerz. Sie besitzen eine kalkulatorische Vernunft. Deshalb sollten wir sie tun lassen, was sie besser können als wir, zum Beispiel Rechnen und Speichern.“

Beispiel Genwissen. Frauen können mit einer Gen-Analyse ihr Brustkrebs-Risiko bestimmen lassen. „Doch was macht der Befund mit der Frau“, fragte Maio. „Ihre Identität ändert sich, sie fühlt sich nicht mehr gesund, obwohl sie nicht krank ist. Eine fiktive Zukunft wird in die Gegenwart geholt, wird zur Realität. Spuren, die sich nicht mehr verwischen lassen.“ Ohne ärztliche Beratung und die eigenverantwortliche Entscheidung der Frau werde die Technik zum Fluch. Wie Wissen sei auch Nichtwissen einWert.

Zur sogenannten Keimbahntherapie sagte Maio: „Der Glaube, die Herausnahme einzelner Sequenzen aus dem Genom könne Krankheiten verhindern, verkennt die Komplexität der Entstehung von Krankheiten.“ Die lineare Kausalität zwischen möglicher Erkrankung und defekten Genen suggeriere eine Alternativlosigkeit, vor der wir uns hüten sollten.

Eingeladen zum Vortrag hatte dieWirtschaftsregion Offenburg/Ortenau (WRO), das Ökumenische Bildungswerk Vorderes Kinzigtal sowie die Sparkasse Gengenbach.

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